Daniel Gildner ist international erfolgreicher Natural Bodybuilder und arbeitet heute in Lehre und Forschung. Im Gespräch gibt er Einblicke in seine klare Haltung zum Thema Doping, seinen Weg vom Leistungssport in die Wissenschaft und seine Perspektiven auf die Zukunft der Fitnessbranche.
Eine der prägendsten Personen der deutschen Natural-Bodybuilding- und Fitnessszene ist Daniel Gildner (37), Sportwissenschaftler (PhD Cand., M.Sc., B.Sc.). Mit seinen sportlichen Erfolgen und seiner Funktionen als Bundesrepräsentant und Headjudge der German Natural Bodybuilding & Fitness Federation hat er maßgeblich dazu beigetragen, Natural Bodybuilding einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Er ist Deutscher Meister im Mittelgewicht, Vize-Welt- und Europameister im Natural Bodybuilding und seit einigen Jahren als VIP-Personal Trainer und Digital Health Consultant BGM tätig. Daniel Gildner arbeitet außerdem als Ernährungscoach, lizenzierter Personal Trainer und Content Creator, wo er auf YouTube und anderen Social-Media-Kanälen über Fitnesstrends, Training und Gesundheit spricht und so sein Wissen und seine Erfahrung an ein breites Publikum weitergibt.
In unserem DHGS-Podcast „Blaupause“ hat er über die Zukunft der Fitnessszene gesprochen, welche Rolle Ehrlichkeit im Bodybuilding spielt und warum es wichtig ist, selbst Verantwortung zu übernehmen.
Was ist Natural Bodybuilding?
Während im klassischen Bodybuilding Steroide und andere leistungssteigernde Substanzen nach wie vor verbreitet sind – trotz erheblicher Gesundheitsrisiken – setzt das Natural Bodybuilding bewusst auf einen gesünderen, langfristigen Weg. Der große Unterschied? Der kompromisslose Verzicht auf unerlaubte Hilfsmittel.
Athlet*innen im Natural Bodybuilding folgen strengen Anti-Doping-Regeln und werden regelmäßig getestet. Alles, was sie erreichen – jede Muskelkontur, jede Form, jede Leistungssteigerung – entsteht aus harter Arbeit, durchdachtem Training und gezielter Ernährung.
Von großen Bühnen in die Wissenschaft
Der Bühnensport im Bodybuilding ist stark von Doping und dem Missbrauch leistungssteigernder Substanzen geprägt. Für Daniel Gildner stand fest: So wollte er niemals werden.
Während viele Athlet*innen sich an Vorbildern orientieren, die – offen oder versteckt – dopen, ging er bewusst einen anderen Weg: Er wollte von Anfang an dopingfrei auf die Bühne treten.
Bald erkannte Daniel, dass ihm reines Training nicht genügte. Er wollte mehr, etwas mit größerer Wirkung: forschen, Wissen weitergeben und junge Sportler*innen langfristig begleiten. Neben seiner Tätigkeit an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport ist Daniel heute im Bereich Firmenfitness und Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) aktiv.
Dort gestaltet er Gesundheitstage, führt Diagnostiken durch und entwickelt Präventionsprogramme – ein Tätigkeitsfeld, das durch den anhaltenden Fitnessboom stark gewachsen ist.
Was ihm dabei immer wichtig war: Fachlich sauber zu arbeiten und abends in den Spiegel schauen zu können – im Wissen, dass seine Empfehlungen nicht nur wirken, sondern auch ehrlich, gesund und verantwortungsvoll sind.
Die Fitnessszene heute: Kritik, Anregungen, Wünsche
Themen, die Daniel Gildner in der Fitnessszene kritisch sieht, sind unter anderem Authentizität, Ehrlichkeit und die starke Nutzung von Social Media. Denn vieles davon ist in seinen Augen inzwischen nur noch reines Marketing: Es geht um Reichweite, darum wie viele Produkte über Social-Media-Kanäle verkauft werden und nicht mehr um den eigentlichen Sport und authentische Athlet*innen.
Themen, die Daniel Gildner in der Fitnessszene kritisch sieht, sind unter anderem Authentizität, Ehrlichkeit und die starke Nutzung von Social Media. Denn vieles davon ist in seinen Augen inzwischen nur noch reines Marketing: Es geht um Reichweite, darum wie viele Produkte über Social-Media-Kanäle verkauft werden und nicht mehr um den eigentlichen Sport und authentische Athlet*innen.
Daniel Gildner wünscht sich vor allem aber mehr Aufklärung in der Szene – vor allem zum Thema Doping. Denn er ist sich sicher: Besonders Bildung kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten und dafür sorgen, dass junge Athlet*innen nicht zu Doping greifen. Denn das, was oft als Aufklärung verkauft wird, reicht in seinen Augen nicht aus.
Er will vor allem junge Athlet*innen davor bewahren, die gleichen Fehler zu begehen, die schon viele vor ihnen gemacht haben. Schon damals als er selbst angefangen hat, war ihm immer wichtig clean zu bleiben – heute will er seine Position nutzen, andere über die Gefahren und Risiken von Doping, aufzuklären.
Mehr qualifizierte Trainer
Sein Ziel ist es, Menschen dazu zu motivieren, ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit auf natürliche Weise zu verbessern – ohne den Einsatz von Doping. Dabei will Daniel nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch ein echter Begleiter und Mentor sein.
Jemand, der an der Seite junger Athlet*innen steht, der Orientierung gibt und ihnen hilft, den richtigen Weg zu gehen. Vor allem heute, ist es seiner Ansicht nach wichtiger denn je, auf qualifizierte und gut geschulte Trainer*innen zu setzen: Sie sind entscheidend dafür, dass Training sicher, gesund und nachhaltig bleibt.
Du strebst selbst eine Karriere in der Fitnessbranche an? Das kannst du mitnehmen:
- Baue dir ein starkes Netzwerk auf
Wenn du eine erfolgreiche Karriere in der Fitnessbranche anstrebst, solltest du früh damit beginnen, dir ein starkes Netzwerk in der Szene aufzubauen. So lernst du direkt von denen, die in der Szene wirklich etwas bewegt haben: Ihre Erfahrungen, sind oft wertvoller als reine fachliche Kompetenz.
- Gehe deinen eignen Weg
Bildung ist das A & O für eine erfolgreiche Karriere: Sie schafft die Grundlage, um langfristig kompetent, verantwortungsvoll und sicher zu handeln. Gleichzeitig gehört dazu auch die Fähigkeit, ehrlich zu dir selbst zu sein. Wenn du diesen Anspruch an dich hast, legst du den Grundstein für eine authentische und erfolgreiche Zukunft in der Fitnessbranche. Entwickle eine klare Haltung, denn Fachwissen ist die Basis und Integrität der entscheidende Faktor.
- Probiere dich aus
Sammle viel Erfahrung in verschiedenen Bereichen: von der Studioleitung bis hin zu Marketing. So erkennst du, welche Aufgaben wirklich zu dir und deinem Weg passen. Überleg dir auch, ob die Selbstständigkeit eine Option sein könnte, besonders mit Blick auf die Absicherung im Alter.