Zwischen Lehre und Leistungssport: Chang-Hun Jungs Weg in den Wettkampfsport und an die Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport

Von: Lidia Strauch • Geprüft: Chang-Hun Jung
Lesezeit: 6 Min. • Aktualisiert: 30.06.2026
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Inhaltsverzeichnis

Chang-Hun Jung ist seit Februar 2026 Dozent an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport. Er wurde 1990 in Köln geboren, wuchs jedoch in Südkorea auf, wohin seine Familie zog, als er zwei Jahre alt war.

Heute beschäftigt er sich als Lehrbeauftragter unter anderem mit Sporternährung, funktioneller Anatomie im praktischen Trainingskontext, leistungssteigernden Maßnahmen und den physiologischen Grundlagen von Belastung, Anpassung und Erholung.

Coaching ist für mich von Grund auf ganzheitlich. Es geht um den Menschen als Ganzes.

Chang-Hun Jung

Lidia Strauch: Nimm uns mal mit an den Anfang: Wie bist du zum Bodybuilding gekommen?

Chang-Hun Jung: Sport war von Anfang an ein großer Teil meines Lebens. Ich habe Kampfsport gemacht, Taekwondo, aber meine größte Leidenschaft war Basketball. Also Mannschaftssport, das gemeinsame Hinarbeiten auf ein Ziel. Als ich nach Deutschland kam, änderte sich das: Für den Mannschaftssport war erst einmal kein Platz: Ich musste die Sprache lernen, mich in einem neuen Land zurechtfinden. Im Fitnesssport dagegen konnte ich selbst bestimmen, wann und wie ich trainiere – und ich merkte schnell, dass ich hier ganz bei mir selbst sein konnte. Daraus wurde meine Leidenschaft für das Bodybuilding.

Lidia Strauch: Du bist mehrere Jahre als IFBB-Athlet angetreten: Unter anderem auf der Bühne der Arnold Classic Europe und als internationaler Deutscher Meister. Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?

Chang-Hun Jung: Die Platzierungen waren vielleicht schöne Momente damals, wertvoller war für mich aber das, was der Wettkampfsport einem abverlangt: über Jahre hinweg konsequent dranzubleiben, auch wenn es gerade nicht läuft und das neben einem Vollzeitjob und dem Studium sowie meiner Selbstständigkeit.

Die Platzierungen waren vielleicht schöne Momente damals, wertvoller war für mich aber das, was der Wettkampfsport einem abverlangt.

Chang-Hun Jung

Lidia Strauch: Was machst du neben dem Sport und deiner Tätigkeit als Dozent?

Chang-Hun Jung: Beruf, Studium und Sport liefen bei mir immer parallel. Hauptberuflich bin ich seit über 13 Jahren in Vollzeit im digitalen Gesundheitswesen tätig. Daneben habe ich Sportwissenschaft studiert, meinen Master in Sportpsychologie gemacht und absolviere aktuell einen MBA in Wirtschaftspsychologie und dazu kam der Leistungssport.

Lidia Strauch: Wie schaffst du es, Job, Studium und Leistungssport gut miteinander zu vereinbaren?

Chang-Hun Jung: Das alles unter einen Hut zu bringen, war über Jahre eine echte Herausforderung, und es gab Phasen, in denen es mir viel abverlangt hat. Aber es war meine bewusste Entscheidung, und dieses ständige Jonglieren hat mir vieles von dem beigebracht, was ich heute weitergebe.

Lidia Strauch: Gab es einen besonderen Moment, der dich zur Lehre geführt hat? Was war der ausschlaggebende Grund?

Chang-Hun Jung: Ich wollte mein Wissen schon früh weitergeben. Seit 2014 begleite ich Menschen im Coaching. Daraus wurde die Selbstständigkeit als Personal Trainer, dazu kamen immer wieder Workshops und Seminare, unter anderem als Head Coach im Gold’s Gym in Herne. Über die Jahre durfte ich an verschiedenen Akademien auch selbst Trainer ausbilden.

Lidia Strauch: Das Thema Coaching begleitet dich bis heute, oder?

Chang-Hun Jung: Heute betreue ich als Coach Athletinnen und Athleten vom Amateur- bis zum Profibereich, bin als Kampfrichter aktiv und gebe an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport sowie an der Akademie für Sport und Gesundheit mein Wissen als freiberuflicher Dozent weiter.

Lidia Strauch: Was bedeutet Coaching für dich persönlich?

Chang-Hun Jung: Coaching ist für mich von Grund auf etwas Ganzheitliches. Es geht um den Menschen als Ganzes. Körperliche Entwicklung gehört dazu, aber genauso Motivation, der Umgang mit Druck und das Dranbleiben über lange Zeit. Genau diese ganzheitliche Sicht versuche ich auch in der Lehre zu vermitteln.

Lidia Strauch: Du bist ja schon seit einiger Zeit in der Lehre – was macht für dich guten Unterricht aus?

Chang-Hun Jung: Was mir an der Vorlesung beziehungsweise am Unterrichten besonders wichtig ist: Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Eine solide wissenschaftliche Grundlage ist für mich unverzichtbar. Und gerade in den Sport- und Gesundheitswissenschaften wird sie für mich nochmal greifbarer, wenn ich die Prinzipien selbst anwende und mit Menschen in der Praxis arbeite.

Über Jahre habe ich das am eigenen Körper, mit meinen Athletinnen und Athleten und in meinem beruflichen Alltag tun dürfen. Genau diese Verbindung macht für mich gute Lehre aus.

Lidia Strauch: Was möchtest du deinen Studierenden gerne noch mit auf den Weg geben?

Chang-Hun Jung: Wenn ich meinen Studierenden über die Inhalte hinaus etwas mitgeben möchte, dann ist es vor allem der Blick für den einzelnen Menschen. In den Sport- und Gesundheitswissenschaften lässt sich vieles in Trainingsplänen, Tabellen und Modellen abbilden, und das ist auch wichtig. Aber wer später mit Athletinnen, Patienten oder Klienten arbeitet, hat nie ein Lehrbuchbeispiel vor sich, sondern eine konkrete Person mit eigener Geschichte und eigenen Voraussetzungen.

Lidia Strauch: Eine letzte Frage noch zum Abschluss: Was ist dir besonders wichtig, um Studierende fachlich und auch persönlich auf ihren Beruf vorzubereiten?

Chang-Hun Jung: Kein Körper, kein Weg gleicht dem anderen. Diesen Blick versuche ich in meiner Lehre zu schärfen und damit verbunden eine Geduld, die echte Entwicklung erst möglich macht. Am Ende geht es mir nicht nur um Wissen, sondern auch um eine Haltung: genau hinschauen, dranbleiben, fachlich wie persönlich Schritt für Schritt wachsen.

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Lidia Strauch

Autorin

Lidia Strauch

Als kreativer Kopf im Marketing konzipiert und schafft Lidia neue Ideen & Konzepte, erzählt die Geschichten unserer Hochschule und Alumni und ist Ansprechpartnerin für alle Themen rund um Redaktion, News und Social Media. Neben ihrer Tätigkeit bei der DHGS ist sie gerne auf Reisen, tobt sich künstlerisch aus oder entdeckt die neuesten Food-Trends. 

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