DHGS Studienmagazin

Vom 10-Meter-Turm ins Klassenzimmer: Pauline Pfeifs Weg – vom Kampf um Medaillen zum Einsatz für junge Menschen.

Autor: Laura Geck🕑 Lesezeit: 3 Minuten

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Pauline Pfeif posiert stolz mit ihrer WM-Silbermedaille in Singapur.
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Sie ist Vize-Weltmeisterin im Wasserspringen, Olympia-Teilnehmerin, Nachwuchssportlerin des Jahres und studiert Soziale Arbeit & Sport an der DHGS:

Pauline Pfeif (*2002) spricht im Interview über mentale Blockaden in 10 Metern Höhe, wie sie negative Schulerfahrungen in ihre persönliche Mission verwandelt und wie ein flexibles Studium ihre sportliche Karriere beflügelt.

„Schwimmen kann halt jeder“ – Die Faszination Wasserspringen

Laura Geck: Pauline, du warst bei Olympia, bist Vize-Weltmeisterin geworden und wurdest als Nachwuchssportlerin des Jahres ausgezeichnet. Dein bisher erfolgreichstes Jahr liegt direkt hinter dir. Was war emotional stärker – die Olympia-Teilnahme oder die WM-Medaille?

Pauline Pfeif: Also der Titel Nachwuchssportlerin des Jahres war schon echt schön, aber natürlich nicht zu vergleichen mit Olympia. Olympia war eine krasse Erfahrung, auch einfach dabei zu sein. Aber ich war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Deswegen würde ich sagen, dass der Vize-Weltmeistertitel dieses Jahr für mich persönlich wertvoller ist als Olympia. Es war ein unfassbar volles Jahr, aber auch das erfolgreichste überhaupt für mich.

Laura Geck: Wie bist du damals eigentlich zum Wasserspringen gekommen?

Pauline Pfeif: Das war durch den Kindergarten, das Schwimmen war damals in derselben Halle wie das Springen. Da durften wir dann immer so von den Brettern springen. Bei diesen Sprüngen hat mich die Landestrainerin dann quasi gesichtet. Dann musste ich mich zwischen Schwimmen und Wasserspringen entscheiden. Ich bin immer noch total froh, dass ich Wasserspringen gewählt habe! Ich find so, Schwimmen kann halt jeder. Wasserspringen ist noch mal so ’ne Sache für sich, das kann halt nicht jeder.

Wasserspringerin Pauline Pfeif mitten im Sprung.

„Da überdenkst du deine Lebensentscheidung“ – Der Kampf mit der Angst

Laura Geck: Was macht diese „Sache für sich“ aus?

Pauline Pfeif: Es ist sehr viel Abwechslung, man macht sehr vieles. Ein Tag ist nie wie der davor. Es ist immer anders, und auch das Adrenalin finde ich halt wirklich gut.

Laura Geck: Du sprichst von Adrenalin. Wie fühlt sich das in 10 Metern Höhe an? Ist da auch Angst dabei?

Pauline Pfeif: Ja, voll. Wenn du zum Beispiel eine ganze Weile nicht auf 10 Meter warst und dann sollst du wieder den ersten Spielsprung machen – ich sag’s dir, da überdenkst du deine Lebensentscheidung noch mal. Wir stehen dann oben, manchmal zu zweit oder zu dritt, und wir denken uns so: „Warum machen wir das noch mal?“

Laura Geck: Eine gute Frage. Warum macht man es dann?

Pauline Pfeif: Ich habe gelernt, meinem Körper zu vertrauen. Auch wenn ich in meinem Kopf mir sag: „Boah, Alter, ich mache mir gleich in die Hose“, vertraue ich darauf, dass mein Körper weiß, was er zu tun hat. Er kennt den Ablauf.

Laura Geck: Es gibt also die physische Angst, aber du unterscheidest auch zwischen Angst und mentalen Blockaden?

Pauline Pfeif: Ja, das ist noch mal ein Unterschied, ob man einfach Angst davor hat, weil irgendwie was Blödes passiert ist oder man es lange nicht gemacht hat, oder ob man sagt: „Hey, mir geht es mental richtig schlecht aus den und den Gründen.“ Aus einer mentalen Blockade kann dann halt auch eine Sprungblockade werden.

„Ich will nicht irgendwas studieren, nur um zu studieren.“

Laura Geck: Du scheinst dich viel mit der mentalen Seite zu beschäftigen. Parallel zum Leistungssport studierst du jetzt Soziale Arbeit und Sport. Warum genau diese Fächer?

Pauline Pfeif: Ich hab mir sehr lange Zeit gelassen, um zu entscheiden, was ich studiere. Mir war klar, ich will nicht irgendwas studieren, nur um zu studieren. Ich hab 2023 meine Ausbildung fertig gemacht und mir dann knapp anderthalb Jahre Zeit gelassen, um herauszufinden: OK, was finde ich gut?

Laura Geck: Und was hast du gefunden?

Pauline Pfeif: Auch durch meine leider teilweise negativen schulischen Erfahrungen, habe ich gemerkt, dass ich gerne Jugendlichen und Kindern helfen möchte, die vielleicht genau in denselben Situationen sind oder waren, wie ich. Ich will ihnen das Gefühl geben, dass sie sich an jemanden in der Schule zu haben wenden können. Ich will den Kindern was zurückgeben.

Pauline Pfeif weint vor Glück nach dem Gewinn von WM-Silber im Turmspringen in Singapur 2025.

Unser Studienkonzept – „Nicht nur Präsenz“

Eine Vize-Weltmeisterin zu sein und gleichzeitig eine neue Karriere im sozialen Bereich zu planen, ist ein logistischer Albtraum. Für diese doppelte Belastung braucht es mehr als ein Standard-Fernstudium. Es braucht ein System, das die Realität von Athlet*innen versteht.

Laura Geck: Wie funktioniert das logistisch? Leistungssport bedeutet, man ist ständig unterwegs. Wie passt da ein Studium rein?

Pauline Pfeif: Ich wusste anfangs gar nicht genau, wo ich hin soll. Dann hab ich mich mit meiner Laufbahnberaterin zusammengesetzt. Sie hat mir die DHGS vorgestellt und meinte: Ja, da sind auch schon anderes Spitzensportler. Die Hochschule ist auch vom Training nur 20-30 Minuten entfernt.

Außerdem war es mir auch wichtig, dass das Lernkonzept darauf basiert, dass es nicht nur Präsenz ist. Dass ich online einfach irgendwie was nachholen kann, weil ich bin auch einfach viel unterwegs. Und ich kann nicht immer präsent sein oder an den Vorlesungen online teilnehmen. An der DHGS ist super, dass ich alles dann für mich selber nacharbeiten kann.

Stolz beißt Pauline Pfeif auf ihre WM-Silbermedaille nach der Siegerehrung in Singapur.

Das doppelte Ziel:
Olympia in L.A. 2028 und Schulpädagogin

Laura Geck: Was sind deine Ziele für diese beiden Wege – Sport und Studium?

Pauline Pfeif: Also für meine Karriere natürlich L.A. ’28. Und für mein Studium: dass ich es erfolgreich beende. Und dass ich dann hoffentlich irgendwie, irgendwo an einer Schule, als Schulpädagogin helfen kann.

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Laura Geck

Autorin

Laura Geck
Mitarbeitende für Kommunikation & Events

Laura verbindet redaktionelles Feingefühl mit einem Blick für wirkungsvolle Kommunikation. Ob für Marketingkampagnen, Blogbeiträge oder Events – sie sorgt dafür, dass aus Ideen lebendige Inhalte werden. Neben ihrer Arbeit widmet sie sich mit viel Motivation ihrem Psychologiestudium, sammelt Reiseerlebnisse rund um die Welt und probiert mit Begeisterung jede außergewöhnliche Eissorte, die ihr begegnet.

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    Von |2025-12-02T17:20:03+01:00|Kommentare deaktiviert für Pauline Pfeif (Wasserspringerin) erzählt von ihrem flexiblen Studium in Sozialer Arbeit & Sport
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