
Warum wir das Thema Schmerz neu denken müssen: DHGS Professor Konstantin Beinert im Interview
29.05.2026 | Autor*in: Lidia Strauch | Thema: Hochschule
Unser Professor der Physiotherapie Konstantin Beinert war bei FOCUS Online im Interview und spricht dort zum Thema Schmerz, räumt mit Mythen auf und appelliert an ein gesamtgesellschaftliches Umdenken – besonders hinsichtlich Bildung und Politik.
„Es wird suggeriert, dass es ein Leben in Schmerzfreiheit gibt, auch im fortgeschrittenen Alter.“
Konstantin Beinert
Doch das ist leider ein weit verbreiteter Irrtum, meint Beinert: Denn besonders am Beispiel Volkskrankheit Nummer 1 – den Rückenschmerzen – zeigen wissenschaftliche Daten ein ganz anderes Bild:
80 bis 90 % der Menschen bekommen mindestens einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen – und das häufig ohne eine klar erkennbare körperliche Ursache.
„Wenn eine Erkrankung so oft auftritt, dann ist das kein Zufall mehr, sondern vielmehr ein ‚normaler‘ Bestandteil des Lebens, so Beinert. „Hier zeigt sich ebenfalls, dass der Gedanke ‚Schmerz ist gleich Gewebeschaden‘ dringend hinterfragt werden muss.“
„Schmerz bedeutet nicht automatisch eine schwere körperliche Schädigung.“
Konstantin Beinert
„Genau hier müssen wir ansetzen“, plädiert Prof. Konstantin Beinert: „Um diesen Mythos zu entkräften und das Thema Schmerz besser zu verstehen, braucht es frühe Aufklärung. Hierfür wäre es wichtig, bereits in Schulen und Kindergärten über neurophysiologische Zusammenhänge zu sprechen und einen gesunden Umgang mit Schmerz zu fördern. Nur so ist ein gesellschaftlicher Wandel im Denken über und im Umgang mit Schmerz möglich.“
Was können wir noch tun?
Um länger schmerzfrei zu bleiben, braucht es Prävention – und diese beginnt im Alltag. Der Ansatz, die Menschen schnell wieder zu mobilisieren, ist absolut der richtige. Wichtig ist körperliche Aktivität, um sowohl den körperlichen als auch den geistigen Abbau zu verhindern.
Hier kommt es nicht auf die Methode an, egal ob Treppensteigen statt dem Aufzug, Spaziergänge, Fitnessstudio, Yoga, Pilates… entscheidend ist Bewegung an sich!
Dabei geht es nur um die körperliche Aktivität: Es kommt gar nicht auf die Methode an.
Konstantin Beinert

Autorin
Lidia Strauch
Als kreativer Kopf im Marketing konzipiert und schafft Lidia neue Ideen & Konzepte, erzählt die Geschichten unserer Hochschule und Alumni und ist Ansprechpartnerin für alle Themen rund um Redaktion, News und Social Media. Neben ihrer Tätigkeit bei der DHGS ist sie gerne auf Reisen, tobt sich künstlerisch aus oder entdeckt die neuesten Food-Trends.









